«Meine Vorgesetzten und mein Team haben sehr unterstützend reagiert. Ich habe mir vor dem Gespräch über meine Situation unnötige Sorgen über ihre Reaktion gemacht.»
Damien packt aus.
Neben meinem Beruf als Helikopterpilot blieb mir wenig Zeit für Freunde, Hobbies und Sport. Ich liess meine persönlichen Bedürfnisse ausser Acht. Als dann Berufskollegen bei einem Flugunfall ums Leben kamen und ich gleichzeitig mit Beziehungsproblemen zu kämpfen hatte, wurde mir alles zu viel. Ich stürzte in eine Sinnkrise: Ich konnte nicht mehr schlafen, litt an Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen. Trauer und Hoffnungslosigkeit machten sich breit. Zwar tat mir die Arbeit gut und ich erhielt viel Unterstützung von meinen Vorgesetzten. Dennoch war es Zeit für eine grundlegende Veränderung.
Also plante ich eine Auszeit. In der Hoffnung herauszufinden, was ich im Leben wollte. Ich kündete meinen Job und gab meine Wohnung auf. Auf meiner Reise ging es mir aber plötzlich wieder schlechter. Es fehlten mir Tagesstruktur, Freunde und Zukunftsperspektiven. Die Gedanken in meinem Kopf kreisten Tag und Nacht. Ich war mit meinen Nerven am Ende.
Damien packt an.
An meinem Tiefpunkt brach ich die Reise ab und kam zurück in die Schweiz. Ich zog zu meinen Eltern, meldete mich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum RAV und startete eine Therapie. Mein Therapeut half mir, meine Probleme zu analysieren und zu lösen. Ich begann mein Leben wieder selber zu gestalten. Die Meditationsübungen und das Yoga beruhigten meine Gedanken und meinen Körper. Ich war auf dem Weg der Besserung und wagte den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. Trotzdem war meine Genesung von Rückschlägen geprägt.
Damien packt das.
Meine Krise hat mich gelehrt, mehr auf meine Bedürfnisse zu achten und meine persönlichen Grenzen zu respektieren. Ich stelle mir regelmässig Fragen wie: Was brauche ich gerade? Wie plane ich am besten, damit genug Zeit für Erholung bleibt? Und was mich im Alltag besonders entspannt: ich erlaube mir, nicht immer perfekt sein zu müssen.
Matthias Haag
Eingliederungsberater Invalidenversicherung SVA Aargau
«Über psychische Belastungen sprechen zahlt sich meistens aus - gerade auch am Arbeitsplatz»
Wissen zum Einpacken.
- Damiens und unsere Erfahrung mit Menschen in Lebenskrisen hat gezeigt: Wenn man am Arbeitsplatz offen über die eigene psychische Belastung spricht, stösst man häufig auf Verständnis und erhält Unterstützung.
- Eine offene, ehrliche Kommunikation zwischen Arbeitgebenden und Mitarbeitenden stärkt das gegenseitige Vertrauen und beugt Gerüchten vor. Man muss aber nicht jedes Detail offenlegen.
- Arbeit und eine Tagesstruktur können zur Genesung von psychischen Tiefs beitragen.